
24. Etappe 57.14km 2090hm
Samstag 18. Juli 2026
Geschichte pur - Die Ligurische Krenzkammstrasse
Gepäck: Tagesrucksack plus
Trails: Keine, aber - die ligurische Grenzkammstrasse
Übernachtung: Doppelzimmer im Rifugio la Terza
Fahrer Begleitbus: Peter G.
Vom Agriturismo gehts erst ein kleines Stück runter, bevor wir die Steigung ins Dorf Limone Piemonte nehmen. Wir fahren bergauf, erst am Bach entlang auf einem Schotterweg, dann auf der alten Römerstraße in Richtung Col di Tenda, ein mit dicken, groben Steinen gepflasterter Waldweg, der ganz schön Kraft kostet. Das dauert aber nicht lange, denn danach rollen wir auf der schmalen asphaltierten Straße, welche hinauf in das Skigebiet des Col di Tenda und nach Frankreich hinüber führt. Nun kommen wir in ein ganz einsames Gebiet, die Strada dei Forti, die ligurische Grenzkammstraße.

An einer Hütte gabelt sich der Weg. Wir nehmen den linken Zweig, der nach kurzem in Schotter übergeht. Hier beginnt die berühmte Grenzkammstraße, fast 100 Kilometer Schotterweg bis zum Meer. Erst zieht sich die Sache mal bergauf, von 1800 Meter Höhe auf etwa 2100. Das tritt sich ganz ordentlich, zumindest solange wir noch im Skigebiet sind. Doch schon wenige Meter nach der letzten Sesselliftstation wird der Weg grober, Schotterbrocken liegen wild durcheinander. Es rüttelt und schlägt am Lenker und am Sattel. Wir brauchen richtig viel Kraft, um die Bikes auf dem groben Geläuf am Rollen zu halten.

Nach dem Col de la Perle geht es nur noch ganz sanft bergauf, später wieder leicht bergab. Das Treten wird leichter, das Gerüttel am Lenker eher schlimmer. Immerhin: Die Landschaft ist beeindruckend. Hellgraue, teils glatte, teils schroffe, bizarre Felsformationen mit ein wenig Grün dazwischen.

Eine ganz andere Welt als wir sie aus den Nordalpen kennen. Hie und da kommen uns vielleicht mal Motorradfahrer mit ihren Enduros entgegen.

Die Straße ist zwar für Motorfahrzeuge gesperrt, aber da kümmert sich offenbar keiner drum. Vermutlich sind das nur Empfehlungen! Sonst werden wir niemanden sehen, auch keine Rorsocken. Zum Wandern sind die Distanzen hier viel zu weit. Wir treten weiter, mal flach bergauf, mal flach bergab.

Wir müssen immer nach der optimalen Linie suchen um dem gröbsten Schotter auszuweichen. Aber das ist nicht immer möglich. Manchmal werden wir richtig fest antreten müssen, um über die spitzen, scharfkantigen Felsbrocken drüber zu kommen. Auf die Dauer ist das ziemlich mühsam, zumindest zum Ende hin. Unser Ziel ist das Refugio la Terza.

Nach 35 Kilometern grobem Schotterweg erreichen wir die Gabelung unterhalb des Passo Tanarello. Noch einmal gilt es 300hm zu bewältigen! Wir klettern die Serpentinen hoch zum Monte Saccarello.


Vorbei an der Statua del Redentore rauschen wir ein kurzes Stück runter zu unserem Refugio. Ist das am Horizont bereits das Mittelmeer?

